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Biographische Skizzen

Hans von Müller

Geb. 30. März 1875 in Kiel; gest. 8. März 1944 in Berlin. Hans von Müller studierte Germanistik, Geschichte und Philosophie in München, Leipzig, Berlin sowie Rechts- und Verwaltungswissenschaften in Marburg, Rostock und Berlin.

Hans von Müller
Hans von Müller. Quelle: https://books.google.de/books?id=-DOt1_h1AkgC

Er sammelte ab 1895 unablässig Quellen zum Werk E.T.A. Hoffmanns, so etwa Briefe, Tagebücher und Zeichnungen. Im Jahr darauf wurde er Mitarbeiter von Eduard Grisebach, mit dem er die E.T.A.-Hoffmann-Ausgabe edierte. Aufgrund von finanziellen Engpässen musste er 1911 die E.T.A.-Hoffmann-Autographe versteigern.

Von 1897 bis 1899 war er zeitweise Mitarbeiter an der Friedrich-Nietzsche-Werkausgabe am Nietzsche-Archiv in Weimar, danach betätigte er sich als freier Schriftsteller und Privatgelehrter in Berlin, wo er in Künstlerkreisen verkehrte. Nach einem kurzen Intermezzo als Verwalter der Redaktionsbibliothek des Berliner Tageblatts fungierte er ab 1915 bis zu seinem Tod als bibliothekarischer Mitarbeiter im Katalog und Auskunftsdienst der Staatsbibliothek zu Berlin.

Er pflegte Freundschaften mit Paul Ernst, Otto Erich Hartleben, Alfred Kubin, Max Osborn, Richard von Schaukal und Karl Scheffler. Obwohl er 1939 (sehr spät) Mitglied der NS-Volkswohlfahrt wurde, hielt er sich auf Distanz zum NS-Regime und wurde von der Gestapo wegen Kontakten zu jüdischen Kollegen überwacht.

1922 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Universität Königsberg. Die Verleihung kam auf Betreiben des damaligen Dekans Rudolf Unger zustande. In der Begründung heißt es:

In dankbarer Anerkennung der Verdienste, die er sich in langjähriger scharfsinniger, opfermutiger und erfolgreicher Forschertätigkeit von vorbildlicher methodischer Strenge und gewissenhafter Gründlichkeit auf editorischem, genealogischem und bibliographischem Gebiete sowie durch glückliche archivalische und bibliothekarische Funde um die deutsche Literaturwissenschaft des 17., 18. und 19. Jahrhunderts, vor allem aber um die wissenschaftliche Neubegründung unserer Kenntnis und Erkenntnis E.T.A. Hoffmanns erworben hat.

Zit. n. Hans-Dieter Holzhausen: Aus den Papieren eines bekannten Hoffmannforschers. Hans von Müller zum 125. Geburtstag am 30. März 2000, in: E.T.A. Hoffmann-Jahrbuch 8 (2000), S. 81–105, hier: S. 101.

Lit.: Hans-Dieter Holzhausen: Aus den Papieren eines bekannten Hoffmannforschers. Hans von Müller zum 125. Geburtstag am 30. März 2000, in: E.T.A. Hoffmann-Jahrbuch 8 (2000), S. 81–105. (https://books.google.de/books?id=-DOt1_h1AkgC); Hans-Dieter Holzhausen: Müller, Hans von, in: Christoph König (Hrsg.), unter Mitarbeit von Birgit Wägenbaur u.a.: Internationales Germanistenlexikon 1800–1950. Bd. 2, Berlin/New York 2003, S. 1283–1285.

Dieser Blogbeitrag basiert auf dem Wikipedia-Artikel zu Hans von Müller, den ich unter dem Pseudonym „Cherämon“ bis auf wenige Änderungen selbst verfasste.

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Biographische Skizzen Literaturwissenschaft im Nationalsozialismus

Franz Koch

Geb. 21.3.1888 in Attnang-Puchheim (Oberösterreich); gest. 26.12.1969 in Linz. Koch studierte die Fächer Deutsche Philologie, Romanische Philologie, Philosophie und Kunstgeschichte in Wien (1907-1912), unter anderem bei Jakob Minor. Die Promotion erfolgte 1912 in Wien bei Jakob Minor zu Albert Lindner als Dramatiker. Mit besonderer Berücksichtigung seines „Brutus und Collatinus“ und seiner „Bluthochzeit“ (Druck: Weimar 1914). Erst 1926 folgte die Habilitation, ebenfalls in Wien bei Walther Brecht zum Thema Goethe und Plotin (Druck: Leipzig 1925).

Zwischen 1914 und 1918 war Koch Aspirant an der Hofbibliothek in Wien, 1918-1921 Assistent und Kustos an der Nationalbibliothek (ehem. Hofbibliothek) in Wien. Von 1921 bis 1935 war er als Bibliothekar in Wien tätig, zwischen 1926 und 1932 dann Privatdozent für Neuere deutsche Literaturgeschichte an der Universität Wien, von 1932 bis 1935 daselbst außerordentlicher Professor für Neuere deutsche Literaturgeschichte. 1935-1936 war er zunächst außerordentlicher Professor für Deutsche Literaturgeschichte an der Universität Berlin, dann von 1936 bis 1945 ebenda Ordinarius für Deutsche Literaturgeschichte.

Franz Koch gehörte zum engeren Zirkel der Ideologen der Germanisten des Nationalsozialismus. Zusammen mit Gerhard Fricke und Klemens Lugowski übte er die Leitung des „Wissenschaftlichen Einsatzes Deutscher Germanistik im Kriege“ aus, was als Parallelaktion zum militärischen Kriegseinsatz gedacht war. Zudem schrieb er das Vorwort zur berüchtigten Reihe Von deutscher Art in Sprache und Dichtung (5 Bde., Stuttgart/Berlin 1941). Obwohl er durch seine Tätigkeit im Dritten Reich überaus belastet war, arbeitete er 1947-1949 in einem Forschungsprojekt für die Deutsche Akademie der Wissenschaften in Berlin. Überdies wurde er 1949 durch die Entnazifizierungskommission des Magistrats von Groß-Berlin entnazifiziert, worauf er nach Linz übersiedelte. Zwischen 1952 und 1969 übte er eine wissenschaftliche Tätigkeit ohne Lehramt in Tübingen aus.

Lit.: Wolfgang Höppner: Koch, Franz, in: Christoph König (Hrsg.), unter Mitarbeit von Birgit Wägenbaur u. a.: Internationales Germanistenlexikon 1800–1950, Bd. 2, De Gruyter, Berlin/New York 2003, S. 966-968; Gerhard Kaiser: Grenzverwirrungen. Literaturwissenschaft im Nationalsozialismus, Berlin 2008 (insb. S. 55 ff. u. 198 ff.).

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Biographische Skizzen Literaturwissenschaft im Nationalsozialismus

Hermann Pongs

Geb. 23.3.1889 in Odenkirchen/Rheinland; gest. 3.3.1979 in Gerlingen (Baden-Württemberg). Pongs studierte die Fächer Deutsch, Geschichte und Philosophie in Heidelberg (1907-1908), Berlin (1908-1909, bei Gustav Roethe und Erich Schmidt), Marburg (1909-1911 und 1912, bei Friedrich Vogt), München (1911-1912, bei Friedrich von der Leyen und Heinrich Wölfflin). Die Promotion erfolgte 1912 in Marburg über Das Hildebrandslied. Überlieferung und Lautstand im Rahmen der althochdeutschen Literatur bei Friedrich Vogt (Druck: Marburg 1913). Ebenfalls in Marburg wurde Pongs habilitiert, und zwar zu Ursprung und Wesen der Metapher. 1927 wurde diese Schrift publiziert u.d.T. Das Bild in der Dichtung. Von 1922 bis 1927 war Pongs Privatdozent für Deutsche Sprache und Literatur an der Universität Marburg. 1927-1929 außerordentlicher Professor für Neuere Literaturwissenschaft an der Universität Groningen. Zwischen 1929 und 1942 dann ordentlicher Professor für Deutsche Literatur an der TH Stuttgart. 1942-1945 war er ordentlicher Professor für Deutsche Philologie, insbesondere Neuere deutsche Literaturgeschichte an der Universität Göttingen in der Nachfolge Rudolf Ungers.

Hermann Pongs gehörte zu den überzeugten Nationalsozialisten unter den Germanisten dieser Zeit. Allerdings hatte er sich schon in der Weimarer Republik einen Ruf als ein herausragender Germanist erworben – insbesondere durch seine Symbolforschung. Obwohl er durchaus mit den Leitbegriffen der NS-Zeit wie „Mutterliebe, Vatergeist, Familie, Stamm, Volk, Vaterland, Geist der Kultur“ (zit. n. Kaiser, S. 517) operierte, viele seiner Arbeiten eindeutig völkischen Charakter annahmen und er zumindest den Eindruck erweckte, mit den Machthabern weltanschaulich übereinzustimmen, versuchte er doch gleichzeitig, die wissenschaftlichen Standards der Germanistik hochzuhalten.

Dadurch geriet er ins Visier der platt völkisch argumentierenden „Eiferer“ unter den Germanisten wie Hellmuth Langenbucher, die ihm vorwarfen, zu esoterisch und nicht volksnah genug zu schreiben. Der Vorwurf seiner Gegner entzündete sich vor allem an Pongs’ existentialistisch ausgerichteter Lebenswissenschaft, mit der er sich von weniger elaborierten Herangehensweisen einiger seiner Kollegen fachintern abheben wollte. Ohne sie wirklich als Methode ausgebaut zu haben, diente diese auf der Existenzphilosophie Martin Heideggers aufbauende Methodologie eher der Profilierung gegenüber den Fachkollegen, deren Vorhalt, esoterisch zu sein, nicht völlig aus der Luft gegriffen war.

Dies war allerdings ein strategisches Manöver, denn mit seiner existentialistischen Lebenswissenschaft umschiffte er zwei Klippen: Zum einen konnte Pongs argumentieren, Germanistik im Sinne der nationalsozialistischen Weltanschauung zu betreiben, weil die oben genannten Leitbegriffe der NS-Germanistik leicht mit dem Heidegger’schen Begriffsinventar wie Sein, Existenz bzw. Extasis vereinbar zu sein schienen. Pongs lieferte also weiterhin das, was von ihm erwartet wurde. Zum anderen erschien er innerhalb der Gemeinschaft des Faches Germanistik weiterhin als reputabler Wissenschaftler mit hohem methodologischen Anspruch. Auch wenn er diesen letztlich mit seiner existentialistischen Lebenswissenschaft nicht einlösen konnte und niemand seine Methodik produktiv aufgriff, so reichten doch die zaghaften Ansätze, um ihn als vollwertiges Mitglied der scientific community weiterhin zu akzeptieren. Allzu marktschreierisch völkisch-rassistische Germanisten wie z.B. Franz Koch, Johannes Alt oder Karl Obenauer wurden nach einer Anfangszeit von ca. zwei Jahren nach 1933 nicht mehr auf ordentliche Professuren berufen, weil selbst die meisten NS-Funktionäre einsahen, dass dies der Germanistik als Fach nicht zuzumuten war.

Der Eintritt in die NSDAP erfolgte zwar erst 1940, was für einen Mann seines Alters eher spät war, 1942 verfasste er aber militärische Tornisterschriften für das Oberkommando der Wehrmacht. Wegen seiner NS-Vergangenheit wurde Hermann Pongs (1945?) denn auch seines Amtes als ordentlicher Professor für Deutsche Philologie in Göttingen enthoben. 1949 wurde er entnazifiziert, aber nicht wieder eingestellt. Ab 1950 befand er sich im Wartestand, wurde aber bei vollen Bezügen emeritiert. Eine Anfrage aus dem Jahr 1968 der Staatsanwaltschaft München, ein Gutachten über den literarischen Wert von John Clelands Memoirs of Fanny Hill zu erstellen, wurde widerrufen, nachdem seine Tätigkeit als Professor im Dritten Reich bekannt wurde.

Lit.: Hartmut Ferenschild: Pongs, Hermann, in: Christoph König (Hrsg.), unter Mitarbeit von Birgit Wägenbaur u. a.: Internationales Germanistenlexikon 1800–1950, Bd. 2, De Gruyter, Berlin/New York 2003, S. 1421-1422; Gerhard Kaiser: Grenzverwirrungen. Literaturwissenschaft im Nationalsozialismus, Berlin 2008 (insb. S. 508 ff.); Ferenschild, Hartmut: Pongs, Hermann, in: NDB online.

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Biographische Skizzen Literaturwissenschaft im Nationalsozialismus

Klemens Lugowski

Geb. 22.2.1904 in Berlin; gest. 26.10.1942 in Ropscha bei Leningrad. Lugowski studierte 1923-1925 zunächst Maschinenbau an der TH Berlin, 1925-1928 dann Germanistik, Geschichte und Philosophie in Berlin und schließlich 1928-1931 bei Friedrich Neumann und Rudolf Unger in Göttingen. Er finanzierte sich das Studium mit Tätigkeiten als Landarbeiter, Postaushelfer, Zeitungsreporter und Filmvorführer. Die Promotion erfolgte 1932 bei Rudolf Unger in Göttingen (s.u.), ebenso wie 1935 die Habilitation (s.u). Von 1933-1935 war Lugowski wissenschaftliche Hilfskraft am Seminar für Deutsche Philologie der Universität Göttingen, 1935-1936 dann Privatdozent für Deutsche Philologie an der Universität Göttingen. Im WS 1936/1937 folgte eine Lehrstuhlvertretung an der Universität Heidelberg, 1937 bis zum WS 1938/1939 eine Dozentur für Neuere deutsche Philologie an der Universität Königsberg. Zwischen 1939 und 1942 ist Lugowski dann Lehrbeauftragter, ab 1940 planmäßiger außerordentlicher Professor für Ältere deutsche Literatur an der Universität Kiel. Am 26.3.1942 wurde er schließlich als Nachfolger für Gerhard Fricke als ordentlicher Professor für Neuere deutsche Literaturgeschichte in Kiel berufen.  

Lugowski rekonstruiert in seinen Studien eine Verfallsgeschichte der Wirklichkeitsauffassung des Menschen, einerseits ablesbar im Medium der Literatur, andererseits nach Auffassung Lugowskis ablesbar in der Lebenswirklichkeit der Neuzeit. Das Schicksal des modernen Menschen sei die Herausgelöstheit aus einem überindividuellen Deutungszusammenhang, einem Deutungszusammenhang, wie ihn noch die antiken Menschen mit dem Mythos besessen hätten. Im Ergebnis führe das zur Vereinzelung und damit auch zur Entwertung des Menschen, die allenfalls „künstlich“ und zeitweise, vor allem durch die Tat, zuallererst im Krieg, aufgehoben werden kann, sonst aber bestehen bleibt.

Im Kern handelt es sich dabei um eine durchaus mit dem Zeitgeist übereinstimmende Kritik an Individualismus und Liberalismus, die bereits die Dissertation Dichterische Ganzheit und Einzelmensch. Studien zum Problem der Individualität in der deutschen Erzählung des 16. Jahrhunderts bestimmt und dann in der Habilitationsschrift Mensch und Wirklichkeit. Betrachtungen über das Wirklichkeitsgefühl in französischer und germanischer Dichtung wesentlich akzentuiert wird. Vor allem in letzterer wird die polemische Stoßrichtung deutlich, die sich nun explizit gegen die französische Kultur und Gesellschaft richtet und demgegenüber die Vorzüge der deutschen Volksgemeinschaft und des deutschen Volkstums herausstellt. Auch die Wahl des Untersuchungsgegenstandes – das Werk Heinrich von Kleists – erwies sich für die nationalsozialistische Germanistik als überaus anschlussfähig. Er gehörte zweifellos zu den Hardlinern der Germanistik während der Zeit des Nationalsozialismus.

Das seiner Herangehensweise zugrundeliegende Dekadenznarrativ erinnert an die Geschichtsphilosophie Oswald Spenglers, die positive Konnotation des Krieges als befreiender und geradezu beglückender Macht an Ernst Jüngers aus Kriegstagebüchern hervorgegangenem Roman In Stahlgewittern. Bezeichnenderweise meldete sich Lugowski, nachdem er gerade ordentlicher Professor geworden war, freiwillig für den Kriegsdienst an der Ostfront, wo er 1942 als Leutnant gefallen ist. Den philosophischen Unterbau seiner Arbeiten bilden die Forschungen Ernst Cassirers zum Nachleben des Mythos in der Moderne sowie die Modernekritik Friedrich Nietzsches.  

Die literaturwissenschaftliche Grundlage von Lugowskis Arbeiten ist die literaturhistorische Lebenswissenschaft vor allem Rudolf Ungers, dessen Schüler Lugowski war. Kombiniert wird dies – für diese Zeit durchaus ungewöhnlich – mit einer streng formanalytischen Untersuchungsmethodik literarischer Texte der Frühen Neuzeit (Dissertation) bzw. der Klassik/Romantik (Habilitationsschrift). Einige dabei entwickelte Begrifflichkeiten wie „Gehabtsein“, „Ob- vs. Wie-Spannung“ oder Motivierung „von hinten“ (finale Motivierung) besitzen noch heute Gültigkeit. Produktiv weitergeführt wurde Lugowskis Methodik beispielsweise in der Barockforschung seit den 1960er Jahren, um die komplexen Strukturen der höfischen Staatsromane eines Herzog Anton Ulrich oder Daniel Casper von Lohenstein zu untersuchen (Adolf Haslinger: Epische Formen im höfischen Barockroman). Seit einigen Jahren nutzt auch die Mediävistik dieses Instrumentarium zur Analyse von Romanen und Erzählungen der mittelalterlichen Literatur.

Werk/Monographien: Dichterische Ganzheit und Einzelmensch. Studien zum Problem der Individualität in der deutschen Erzählung des 16. Jahrhunderts, Druck u.d.T. Die Form der Individualität im Roman. Studien zur inneren Struktur der frühen deutschen Prosaerzählung, Berlin 1932 (2. Aufl. der Neuausgabe mit einer Einleitung von Heinz Schlaffer, Frankfurt am Main 1976: 1994. – englische Übersetzung: Form, Individuality and the Novel. Analysis of narrative structure in early German prose, Cambridge 1990); Wirklichkeit und Dichtung. Untersuchungen zur Wirklichkeitsauffassung Heinrich von Kleists, Frankfurt am Main 1936.

Lit.: Dorothee Kimmich: Lugowski, Clemens, in: Christoph König (Hrsg.), unter Mitarbeit von Birgit Wägenbaur u. a.: Internationales Germanistenlexikon 1800–1950, Bd. 2, De Gruyter, Berlin/New York 2003, S. 1124-1126; Heinz Schlaffer: Lugowski, Clemens, in: NDB online; Gerhard Kaiser: Grenzverwirrungen. Literaturwissenschaft im Nationalsozialismus, Berlin 2008 (insb. S. 484 ff.); Herwig Gottwald: Spuren des Mythos in moderner deutschsprachiger Literatur: theoretische Modelle und Fallstudien, Würzburg 2007; Martin Jesinghausen: Der Roman zwischen Mythos und Post-histoire – Clemens Lugowskis Romantheorie am Scheideweg. In: Matías Martínez (Hrsg.): Formaler Mythos. Beiträge zu einer Theorie ästhetischer Formen. Paderborn, München, Wien und Zürich 1996, S. 183–218.

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Biographische Skizzen Literaturwissenschaft im Nationalsozialismus

Walther Rehm

Geb. 13.11.1901 in Erlangen; gest. 6.12.1963 in Freiburg/Breisgau. Rehm studierte 1919-1923 Deutsche Philologie, Geschichte und Kunstgeschichte in München, u.a. bei Hans Heinrich Borcherdt, Paul Joachimsen, Max Weber, Heinrich Wölfflin, das Sommersemester 1920 auch in Greifswald bei Gustav Ehrismann. Die Promotion zum Thema Das Werden des Renaissancebildes in der deutschen Dichtung vom Rationalismus bis zum Realismus erfolgte 1923 in München bei Hans Heinrich Borcherdt. Ebenda wurde Rehm 1928 bei Franz Muncker habilitiert. Die Habilitationsschrift Der Todesgedanke in der deutschen Dichtung vom Mittelalter bis zur Romantik wurde 1928 in Halle an der Saale publiziert, eine zweite Auflage folgte in Tübingen 1967. Allerdings gestaltete sich die Habilitation durchaus schwierig, denn das Kolloquium im Juni 1926 scheiterte, der Wiederholungstermin im November 1926 kam ebenfalls nicht zustande, weil Franz Muncker in der Zwischenzeit verstorben war. So konnte Rehm erst 1928 auf Befürwortung von Walther Brecht sein Kolloquium erfolgreich absolvieren.

Von 1929 bis 1937 ist Rehm dann Privatdozent für Neuere deutsche Literaturgeschichte an der Universität München. Nach einer Lehrstuhlvertretung in Gießen ist er von Mai 1937 bis 1938 außerordentlicher Professor für Neuere deutsche Literaturgeschichte in München. Von 1938 bis 1943 bekleidet er eine außerordentliche Professur in Gießen, nun aber mit Beamtenbesoldung. Eine Gastprofessur an der Columbia-University in New York (USA) kommt aufgrund des Krieges nicht zustande. Als Nachfolger von Karl Viëtor wird er 1940 Ordinarius in Gießen. Von 1943 bis 1963 ist Rehm dann ordentlicher Professor für Neuere deutsche Literaturgeschichte und Direktor des Deutschen Seminars, Neue Abteilung, an der Universität Freiburg im Breisgau.  

Gegen Walter Rehm bestanden in der Frühphase des Dritten Reiches weltanschauliche Bedenken. Erst nachdem sich das Regime aufgrund schlechter Erfahrungen mit NS-Eigengewächsen entschieden hatte, wieder ausgewiesene Koryphäen auf Lehrstühle für Neuere deutsche Literaturgeschichte zu berufen, konnte Rehm Ordinarius werden. Auch nach der Anfangszeit des Dritten Reiches wurden in den entsprechenden Gutachten bei den Berufungsverfahren zwar Bedenken gegen Wissenschaftler wie Rehm geäußert, diese wurden fortan aber nicht weiter beachtet. Walter Rehm insistierte auch während seiner Tätigkeit in der NS-Zeit auf „auf einem eigensinnigen Wissenschaftsethos“ (Kaiser) und kann daher als Muster gelten, wie man angesichts widriger äußerer Umstände Haltung bewahrt und sich niemandem anbiedert. Zur Karriere eines typischen Opportunisten im NS-Regime vergleiche man den Beitrag zum Germanisten Fritz Martini.

Wie wenig die bloße NSDAP-Parteimitgliedschaft zählt, zeigt das Beispiel Rehms. Er wurde selbiges 1942 (außerordentlich spät) sowie erzwungenermaßen in den NS-Lehrerbund und die NS-Volkswohlfahrt aufgenommen.

Lit.: Hans Peter Herrmann: Rehm, Walter, in: Christoph König (Hrsg.), unter Mitarbeit von Birgit Wägenbaur u. a.: Internationales Germanistenlexikon 1800–1950, Bd. 3, De Gruyter, Berlin/New York 2003, S. 1473-1475; Gerhard Kaiser: Grenzverwirrungen. Literaturwissenschaft im Nationalsozialismus, Berlin 2008 (insb. S. 103 f.; Zitat: S. 645, Anm. 716).

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Biographische Skizzen Literaturwissenschaft im Nationalsozialismus

Fritz Martini

Geb. 5.9.1909 in Magdeburg; gest. 5.7.1991 in Stuttgart. Martini studierte 1928-1931 Deutsche und Englische Philologie, Geschichte und Philosophie in Zürich, Graz, Heidelberg sowie in Berlin. Die Promotion erfolgte 1934 in Berlin bei Julius Petersen: Der Raum in der Dichtung Wilhelm Raabes, später gedruckt als Die Stadt in der Dichtung Wilhelm Raabes, Berlin 1934. Nach einer Station als wissenschaftlicher Assistent bei seinem Doktorvater am Literaturwissenschaftlichen Seminar in Berlin arbeitete Martini als Lektor im Verlag Volksverband der Bücherfreunde in Berlin. 1938 war er Assistent am Literaturwissenschaftlichen Seminar der Universität Hamburg, 1939-1943 Privatdozent für Deutsche Philologie und Allgemeine Literaturwissenschaft, 1943-1950 dann außerordentlicher Professor für Ästhetik und allgemeine Literaturwissenschaft an der TH Stuttgart.

Allerdings ruhte seine Tätigkeit als Wissenschaftler, als er von 1940-1944 Kriegsdienst als Gefreiter leistete, vor allem im Deutsch-Sowjetischen Krieg. Im letzten Jahr des Krieges war er außerdem Dolmetscher der deutschen Wehrmacht in Italien. Er geriet 1945 in englische Kriegsgefangenschaft. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er von 1948 bis 1954 Leiter der Abteilung für Geisteswissenschaften und Bildungsfächer an der TH Stuttgart und von 1950 bis zu seiner Emeritierung 1974 schließlich ordentlicher Professor für Ästhetik und allgemeine Literaturwissenschaft. Sein bekanntestes Werk ist die Deutsche Literaturgeschichte. Von den Anfängen bis zur Gegenwart, Stuttgart 1949.

Martini trat bereits 1933 in die NSDAP ein, seine Position innerhalb der Germanistik im Dritten Reich ist dennoch schwierig zu bestimmen. Einerseits weisen sowohl die Themenwahl (Heinrich von Kleist) als auch inhaltlich völkische Positionierungen in seinem Werk Fritz Martini jedenfalls vordergründig als einen überzeugten Nationalsozialisten aus. Offenkundig um eine Stellung als ordentlicher Professor bemüht, versuchte er sich den Nationalsozialisten als ideologisch zuverlässiger Literaturwissenschaftler anzudienen. Auch veröffentlichte er 1941 einen Beitrag in der berüchtigten Buchreihe Von Deutscher Art in Sprache und Dichtung. Andererseits fehlen allzu deutliche Tribute an den Zeitgeist. In der Monographie Heinrich von Kleist und die geschichtliche Welt aus dem Jahr 1940 wird bspw. Hitler nicht erwähnt, obwohl man nicht allzu weit hätte gehen müssen, um die historischen Parallelen explizit zu machen.

Man muss in Martini wohl einen Taktiker und Opportunisten sehen, der zwar in den Schriften jener Zeit weltanschauliche Signale an die Machthaber und die Entscheidungsträger in der nationalsozialistischen Germanistik senden wollte, um auf sich aufmerksam zu machen und um bei Berufungsverfahren berücksichtigt zu werden, aber dabei auch nicht zu weit gehen wollte.

Lit.: Detlev Schöttker: Martini, Fritz, in: Christoph König (Hrsg.), unter Mitarbeit von Birgit Wägenbaur u. a.: Internationales Germanistenlexikon 1800–1950, Bd. 2, De Gruyter, Berlin/New York 2003, S. 1164-1166; Gerhard Kaiser: Grenzverwirrungen. Literaturwissenschaft im Nationalsozialismus, Berlin 2008 (insb. S. 111 ff.); Martini, Fritz, in: NDB online.

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Geschichtliche Beiträge

Gefangen im Verschwörungsdenken

Der irische Historiker Brendan Simms, der am Centre of International Studies der Universität Cambridge lehrt, hat jüngst eine umfangreiche Hitler-Biographie vorgelegt, die die historiographischen Debatten über die NS-Zeit für längere Zeit stark beeinflussen dürfte: Hitler. Eine globale Biografie. Aus dem Englischen übersetzt von Klaus-Dieter Schmidt. Deutsche Verlags-Anstalt, München 2020.

Die Grundthese von Simms lautet: Hitlers Antisemitismus wurzele zu einem nicht unwesentlichen Teil in seinem Antikapitalismus und Hitlers Lebensraumdenken resultiere aus einer Art Minderwertigkeitskomplex gegenüber den USA, die im Vergleich zu Deutschland über ein wesentlich größeres Staatsgebiet und viel mehr Ressourcen verfügen konnten. Diese geopolitische Benachteiligung gegenüber den USA wie auch gegenüber Großbritannien habe Hitler durch eine expansive Außenpolitik und Angriffskriege ausgleichen wollen. Nicht der Kommunismus der Sowjetunion sei der ideologische Hauptgegner gewesen, sondern der Kapitalismus anglo-amerikanischer Prägung. Überdies sei es ihm zumindest am Anfang nicht um die Weltherrschaft gegangen, sondern um eine nicht näher ausformulierte Gleichrangigkeit des Deutschen Reiches neben den Großmächten seiner Zeit.

Brendan Simms zeigt anhand neuer Quellen, wie sehr Hitler von den Erfahrungen des Ersten Weltkrieges und der Frühzeit der Weimarer Republik geprägt wurde. Im Ersten Weltkrieg begegnete Hitler amerikanischen Soldaten im Feld, die häufig deutsche Vorfahren hatten. In seinen Augen waren das verlorene Söhne des deutschen Mutterlandes, die jetzt einer aufsteigenden Nation zu militärischem Erfolg verhalfen und noch dazu gegen ihr eigenes „Blut“ zu Felde zogen. Später in der Weimarer Republik verdammte er in seinen Reden das amerikanische „Finanzjudentum“, das angeblich die Deutschen in eine Knechtschaft führen wolle. Er wetterte gegen den Dawes- und den Young-Plan, mit denen die Reparationsfrage geregelt werden sollte. Daraus sei eine Art Hassliebe gegenüber den USA entstanden, die ihn nie mehr losgelassen habe. Einerseits habe er die USA aufgrund ihrer wirtschaftlichen, politischen und vor allem demographischen Stärke bewundert, andererseits habe er den amerikanischen Finanzkapitalismus zutiefst abgelehnt, den er mehr oder weniger mit den amerikanischen Juden gleichsetzte.

Diese Grundthese faltet Simms auf mehreren hundert Seiten in bewundernswerter Weise immer weiter aus. Er betrachtet dabei die Geschichte nicht vom Ende her, sondern von ihrem Anfang. Das hat den Vorteil, dass der Nebelschleier der von den Nationalsozialisten nachträglich verbreiteten Ideologie nicht so dicht ist, wenn man die frühen Quellendokumente und Reden Hitlers sowie diejenigen seiner Zeitgenossen näher betrachtet. Dann zeichnen sich auch die Konturen eines Denkens deutlicher ab, in dem der Kapitalismus der USA eine wesentliche Rolle spielte. Noch ohne dieses Buch zu kennen, schrieb ich im Februar im Blog über die Goebbels-Tagebücher, bei deren Analyse mir bei Goebbels eine ähnliche Priorität des Antikapitalismus aufgefallen ist – jedenfalls eine viel stärkere, als mir das im Vorhinein bewusst war. In beinahe allen Publikationen zur Ideologie des NS-Regimes liegt der Fokus viel stärker auf Antisemitismus und Antibolschewismus. Angesichts der neuen Hitlerbiographie von Simms kommen mir allmählich Zweifel, ob das – zumindest in der Frühzeit der Nationalsozialisten – wirklich so entscheidend gewesen ist.

Sollte die These sich als tragfähig erweisen, dann hängt von diesem Befund freilich sehr viel ab. Dann erschiene die Sozialpolitik des NS-Regimes in einem neuen Licht, dann müsste das Kompositum National-„Sozialismus“ des Parteinamens neu bewertet werden und dann müsste man auch über die Motivlage, die Hitler dazu brachte, den Zweiten Weltkrieg vom Zaun zu brechen, erneut nachdenken.

Hitlers Verschwörungsdenken

In einem Blogbeitrag zeigte ich vor einigen Wochen in Anlehnung an Klaus Hildebrands Das vergangene Reich, inwiefern die Diplomatie des Deutschen Reiches sich in den Jahrzehnten vor dem Ersten Weltkrieg selbst isolierte. Deutschland wurde nicht „eingekreist“, wie das die revisionistische Geschichtsschreibung nahelegte und wie es noch heute einige Verschwörungstheoretiker nahelegen, sondern es hat sich aus dem europäischen Mächtekonzert selbst „ausgekreist“, so jedenfalls die Terminologie Hildebrands. Das von Bismarck so behutsam eingefädelte Bündnissystem wurde von den Kanzlern unter Wilhelm II. zuerst ohne Not aufgekündigt und verkehrte sich dann infolge einer aggressiven und militaristischen Außenpolitik ins genaue Gegenteil. Zum Schluss waren die europäischen Großmächte, mit denen Bismarck noch Bündnisse geschmiedet hatte, ihrerseits miteinander verbündet und Deutschland stand im Wesentlichen isoliert da. Genau diejenige Konstellation war eingetreten, die Bismarck hatte vermeiden wollen.

Wenn man Brendan Simms Ausführungen folgt – was man nicht tun muss, aber er belegt seine Grundthese m.E. sehr überzeugend –, dann war Hitlers Denken ganz wesentlich dem Narrativ von Deutschlands „Einkreisung“ verpflichtet (S. 89 u. 289). In dieses ‚verschwörungstheoretische‘ Weltbild integrierte er im Laufe der Zeit immer mehr Elemente, die hierzu zu passen schienen. Als da wären:

  • die angebliche Weltherrschaft des internationalen „Finanzjudentums“ mit seinen vermeintlichen Agenten in allen möglichen Ländern, auch und gerade in der Sowjetunion,
  • der Mangel an Lebensraum für die deutsche Bevölkerung,
  • der Verlust deutschen „Blutes“ durch die Auswanderung der „Besten“ nach Amerika,
  • die gezielte angloamerikanische „Knechtung“ Deutschlands durch die harten Bedingungen des Versailler Vertrages sowie die Pläne zu den Reparationszahlungen etc.

Aus alledem entstand ein diffuses Bedrohungsszenario, das Hitler – Brendan Simms zufolge – bereits während seiner ersten politischen Gehversuche in Ansätzen entwickelt hatte und im Verlauf seines Aufstiegs und anschließenden Falls immer weiter ausbaute, teilweise auch noch modifizierte. So gewann insbesondere der Antikommunismus später an Bedeutung. Dem Bedrohungsszenario zugrunde lag aber – wie bereits angedeutet – der Gedanke einer Art Verschwörung des „internationalen Finanzjudentums“, das, so glaubte Hitler, von den USA aus agiere, die Fäden der Wirtschaft in der Hand halte und vor allem eine gezielte Einkreisungsstrategie dem Deutschen Reich gegenüber gefahren habe.

Wie kam Hitler dazu? Für einen wenig gebildeten, aber geschichtlich doch interessierten jungen Menschen konnte es tatsächlich so aussehen, als sei die allmähliche Selbstauskreisung Deutschlands das Ergebnis gezielter Pläne vonseiten Angloamerikas gewesen. Für die diplomatischen Feinheiten in der Außenpolitik des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts interessierte sich Hitler nicht allzu sehr; die Grundzüge und die Zielrichtung von Bismarcks Bündnissystem hat er sicherlich nicht durchdrungen. Viel prägender und damit handlungsleitender waren die konkreten Erlebnisse zu Beginn seiner politischen Karriere, namentlich der Versailler Vertrag mit seiner Festlegung auf die alleinige Kriegsschuld Deutschlands (S. 249) und die Verhandlungen um die Reparationsfrage (S. 220 f.). All dies konnte man mit einiger Phantasie auf eine Verschwörung ausländischer Mächte zurückführen, zumal die Reparationsverträge von amerikanischen Unterhändlern ausgehandelt wurden und das Deutsche Reich im Wesentlichen bei amerikanischen Banken verschuldet war. Der zeitgenössische Antisemitismus kam hinzu und tat sein Übriges.

Aus der eher begrenzten Sicht des damals noch staatenlosen Agitators deutschnationaler Kräfte Adolf Hitler schien die Weimarer Republik im Zangengriff der ehemals im Ersten Weltkrieg gegen Deutschland kriegführenden Mächte zu sein. Ereignisse wie der Ruhrkampf 1923 konnten diesen Eindruck unzweifelhaft verstärken. Hitler verglich das Reich mit einem Krebskranken im Endstadium (S. 216). Das geliebte Deutsche Reich sollte daher auf lange Sicht wieder auf eine tragfähige Grundlage gestellt werden, insbesondere durch die Gewinnung neuen Lebensraums im Osten (S. 285). Damit sollte Deutschland eine ähnliche geographische Ausdehnung erhalten wie die USA, und damit auch eine vergleichbar große agrarische und rohstoffliche Grundlage. Die für den ehemaligen Gefreiten kaum auszuhaltende Schmach der Niederlage im Ersten Weltkrieg schien erst nach einer solchen Arrondierung der deutschen Gebiete militärisch überhaupt wettzumachen zu sein. Vor der Revanche stand für Hitler also die Ausweitung des deutschen Reichsgebietes und die rassische Verbesserung bzw. Wiederherstellung des deutschen Volkes.

Amerikaner und Briten nahmen in Hitlers biologistischem Denken überaschenderweise sogar eine höhere rassische Stufe ein als die Deutschen. Es kam ihm Brendan Simms zufolge darauf an, die Deutschen überhaupt erst auf diese Stufe zu heben. Gerade für US-amerikanische Technik und Organisation zeigte er größte Bewunderung, auch wenn kulturelle Phänomene wie die Jazz-Musik auf vehemente Ablehnung stießen. Fast liebedienerisch versuchte er insbesondere die Briten zu einer politischen Allianz zu überreden. Er sprach in Anlehnung an die Entente cordiale zwischen Briten und Franzosen vor und im Ersten Weltkrieg von einem „herzlichen Einvernehmen“. Umso enttäuschter war er, als die Anläufe zu einer Verbesserung der diplomatischen Beziehungen ins Leere liefen. Die britischen und amerikanischen Regierungen hatten schlicht kein Interesse an einer Allianz mit einem unsicheren Kantonisten, der in fast jeder Rede das Gespenst des internationalen Finanzkapitals an die Wand malte und noch dazu einen antidemokratischen Führerkult inthronisierte.

Hitlers Anti-Kapitalismus

Das führt zu einer weiteren wichtigen Beobachtung, die aus der Lektüre dieser Biographie zu gewinnen ist. Hitlers Anti-Kapitalismus war insbesondere in der Anfangszeit viel entscheidender als sein Anti-Kommunismus. Er selbst und seine Parteigenossen bezeichneten sich ostentativ als Sozialisten. Bis auf ganz wenige Ausnahmen machten daher auch die deutschen Industriellen in den 1920er Jahren einen großen Bogen um die NSDAP. Von der weit verbreiteten Ansicht, Industrielle hätten beim Aufstieg Hitlers eine wesentliche Rolle gespielt, kann man getrost Abschied nehmen. Im Gegenteil, einer der Ruhrbarone äußerte sich mit Blick auf das Parteiprogramm der NSDAP und die weit überwiegende Meinung der Industriellen und Unternehmer dahingehend, „dass wir keine Veranlassung haben, unsere eigenen Totengräber zu unterstützen“ (zit. n. Simms, S. 77). Die Abgeordneten der NSDAP forderten dementsprechend höhere Sozialabgaben und entgegneten auf den Vorwurf, sie seien Faschisten italienischer Prägung: „Wir sind keine Faschisten. Wir sind Sozialisten.“ (zit. n. Simms, S. 219) Ähnlich äußerte sich auch der spätere Reichspropagandaminister Joseph Goebbels: „Ich bin deutscher Kommunist.“

Revidiert werden muss damit die vulgärmarxistische Auffassungen, wonach der Nationalsozialismus lediglich eine Spielart des Faschismus gewesen sei. In dieser insbesondere nach 1968 verbreiteten Theorie, die auch in der frühen Bundesrepublik allerorten spätfaschistische Praktiken witterte, fungiert der Nationalsozialismus als der Verteidiger des Kapitalismus, was angesichts der ideologischen Ausrichtung der handlungsleitenden Nationalsozialisten und vor allem Hitlers grotesk erscheinen muss. Der sozialistische und der anti-kapitalistische Anteil an der Ideologie des Nationalsozialismus ist wesentlich größer als gemeinhin angenommen wird.

Verblüffend sind in der Hitler-Biographie auch die weniger bekannten Seiten Hitlers, die Brendan Simms aufdeckt. Neben Hitler als unermüdlichem Kämpfer gegen den Kapitalismus erscheint der Diktator auch als Unterstützer von Frauenrechten, als der Förderer der Sozialversicherungen, der Vegetarier, Tierliebhaber und Kunstfreund. Facetten eines Massenmörders, die man nur allzu gerne ausblendet, weil sie nicht in das vorgefertigte Bild integrierbar zu sein scheinen. Aber so sehr braucht man sich darüber nicht zu wundern. Hitler war in einigen seiner persönlichen Facetten ein akzeptabler, wenn nicht gar liebenswürdiger Mensch. Viele Zeitgenossen bezeugen das. In vielen anderen Facetten hingegen entsprach er dem Bild eines Massenmörders total. Letztere hat er zuweilen zu verstecken versucht, er hat sie aber in Mein Kampf oder zuweilen in seinen Reden auch ostentativ zur Schau gestellt. Jeder, der wollte, konnte also wissen, auf welches Abenteuer er sich bei der Unterstützung der NSDAP bzw. Hitlers einließ.

Fazit

Die äußerst erhellende Biographie von Brendan Simms zeigt vor allem eines: Hitler war ein Amateur, der sich sein Weltbild aus verschiedenen verstreuten Fetzen zusammensammelte, sie zu einem Ballon zusammenleimte, um sich daran in den Himmel heben zu lassen. Er war einerseits klug, arbeitsfreudig und extrem ehrgeizig, aber andererseits in vielen Aspekten ungebildet, zur Selbstüberschätzung neigend, beratungsresistent. Während der ersten 20 Jahre seiner Karriere (1920-40) ist ihm das zugutegekommen, während der restlichen fünf ist es ihm – und beinahe dem Rest der Welt – auf die Füße gefallen. Ihm fehlten nicht zuletzt wesentliche Grundlagen wirklichen strategischen Denkens, wie sie etwa Winston Churchill besaß, der viel umfangreicher gebildet war.

Historisches und auch politisch-strategisches Denken zeichnen sich durch Vielschichtigkeit und Ambivalenztoleranz aus. Symptomatisch für das Fehlen dieser Elemente sind einige Sätze aus Unterhandlungen Hitlers mit Vertretern der Christlich Sozialen Volksdienstes (CSVD), die er vor der Machtübernahme zu einer Koalition überreden wollte. Einer der Unterhändler äußerte, man könne mit Hitler nicht diskutieren: „Der ‚andere‘ hat immer unrecht, wenn er eine andere Auffassung vertritt als Hitler.“ Der Unterhändler äußerte im Anschluss an das Gespräch krasse Bedenken gegen eine Machtübernahme Hitlers: „Würde Hitler zur Macht kommen, so könnte das nur mit einer Katastrophe enden.“ (Zit. n. Simms, Hitler, S. 272)

Über die engere Lebensgeschichte Adolf Hitlers hinaus wird bei Simms aber erneut ersichtlich, wie sehr die NS-Zeit nicht lediglich ein „Betriebsunfall“ der Geschichte war. Vielmehr gab es zwischen dem Weltbild Hitlers und demjenigen rechtskonservativer Kreise der Weimarer Republik durchaus Kontinuitäten. Politisches Großmachtdenken war weiten Teilen der politischen „Elite“ dieser Zeit nicht fremd, die Einkreisungsgefahr wurde als eine reale wahrgenommen und viele waren mit den meisten expansionistischen Ideen des „Führers“ jedenfalls im Grundsatz einverstanden. Die ideologische Zuspitzung und die äußerste Brutalität in ihrer Umsetzung erfuhren diese Ziele freilich erst unter den Nationalsozialisten. Der „Führer“ war keineswegs der einzige unter ihnen, auch wenn das viele später glauben machen wollten.

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Geschichtliche Beiträge

Goebbels-Tagebücher

Zu der von Ralf Georg Reuth herausgegebenen Edition der Goebbels-Tagebücher, die 1992 bei Piper erschien, möchte ich keine Rezension im engeren Sinne abgeben. Der Herausgeber erläutert die verschlungenen Wege der Überlieferungsgeschichte dieses einzigartigen Quellendokuments bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung sehr genau. Inwieweit diese Ausgabe noch dem Stand der Forschung entspricht, kann ich nicht sagen. Mittlerweile existiert eine vom Institut für Zeitgeschichte München–Berlin herausgegebene Neuedition. Der Fachwissenschaftler wird mit dieser Ausgabe sicher besser bedient sein. Bei der von mir besprochenen Edition handelt es sich um die preisgünstige Lesefassung der Tagebücher in insgesamt fünf Bänden mit mehr als 2100 Seiten. Ein quellenkritischer Apparat existiert nicht, allerdings werden in zahlreichen Anmerkungen weiterführende Hinweise vor allem zu den erwähnten Personen, zu Goebbels eigenen Schriften und Reden sowie zu einschlägiger Forschungsliteratur geboten.

Beim Lesen des ersten Bandes, der die Jahre 1924–1929 umfasst, verdichteten sich bei mir immer mehr Eindrücke zu einer einzigen These (die so ähnlich auch Ralf Georg Reuth aufstellt). Die Tagebücher von Goebbels zeigen die Gefahr des Glaubens, besser die Gefahr einer unbeschreiblichen Glaubenssehnsucht.

Wie schon Plutarch wusste, sind die frühesten Stationen einer Biographie gemeinhin die interessantesten und die aufschlussreichsten für das gesamte Leben. Schon in den kursorischen Eintragungen in den „Erinnerungsblättern“, die die Kindheit und Jugendzeit in einem streng katholischen Elternhaus sowie Goebbels Studienjahre umfassen, wird deutlich, wie unbedingt dieser junge Mann an etwas glauben will. Seine Behinderung und die sich daran entzündenden Lästereien seiner Mitschüler erschüttern allerdings recht schnell seinen Glauben an Gott. Kompensiert wird diese Stigmatisierung durch einen ungeheuren Bildungseifer, der bald in ein Überlegenheitsgefühl seinen Mitschülern gegenüber führt.

Wie in einem Sturmangriff wird dann die akademische Welt genommen. Die Studienjahre 1917 bis 1921 in Bonn, Freiburg, Würzburg, München und Heidelberg gleichen einer Hetzjagd nach Erfahrungen, Erkenntnissen und Kontakten. Sie münden in eine Dissertation beim seinerzeit bekannten Germanisten Max von Waldberg, die Goebbels in nur drei Semestern abschließt. Das Thema ist aufschlussreich: es handelt sich um eine Arbeit über den Romantiker Wilhelm von Schütz: Wilhelm von Schütz als Dramatiker. Ein Beitrag zur Geschichte des Dramas der Romantischen Schule. Univ.-Diss., Heidelberg 1922. Dass sich die Romantiker ostentativ vom Intellektualismus der Aufklärung abgrenzten und die Dimension des Religiösen, des Gefühls sowie des Irrationalen wieder betonten, ist hinlänglich bekannt. Es galt aus der Welt des reinen Verstandes auszubrechen und die Welt des Imaginären, Übersinnlichen, Religiösen wiederzuentdecken.

Romantisch kann man daher auch Goebbels Suche nach einem Objekt des Glaubens nennen. Dass dieses nicht mehr der christliche Gott sein kann, ist für Goebbels aufgrund seiner körperlichen Benachteiligung unabweisbar. Wie kann ein guter Gott wollen, dass er den Schmähungen seiner Mitmenschen ausgesetzt ist, ohne dass er dazu Anlass gegeben hätte? Es muss also einen anderen Erlöser geben. Die Suche nach diesem Messias schwebt denn auch wie ein unsichtbares Motto über der ersten Hälfte des Bandes. Erst 1925 wird Goebbels in Adolf Hitler diese Erlösergestalt finden, auch wenn er sein eigenes, eher sozialistisches Weltbild beinahe komplett umkehren muss, damit es mit dem Weltbild Adolf Hitlers kompatibel wird („Ich bin deutscher Kommunist.“, I, 85).

In der Zwischenzeit von 1923 bis 1925 sieht man Goebbels in einer selbstquälerischen Suche nach dieser Erlösergestalt – was doch sehr verwundert, da man es offenkundig mit einem überaus gebildeten, weltläufigen und intelligenten Autor zu tun hat – einem jungen Mann noch dazu, der bei den Frauen trotz seiner Behinderung offenbar Anklang findet. Man fragt sich bei der Schilderung seiner Studienjahre, wie konnte dieser kultivierte Mensch, der kluge Überlegungen zu Schiller, Goethe und Beethoven anstellte, plötzlich zu einem geifernden und menschenverachtenden Nationalsozialisten werden? Goethe hätte sich sicher im Grabe umgedreht, wenn er die Goebbels’schen Lobreden auf Weimar und seine Person vernommen hätte (vgl. I/145 f.). Man fragt sich vor allen Dingen, warum Goebbels so ostentativ vom Bereich der Vernunft – will sagen der Universität, der Sphäre von Argumenten, Begründungen und Beweisen – in den Bereich der Agitation und Propaganda hinübergewechselt ist?

Auch das hat wohl mit einer gewollten Überschreitung der Vernunft durch den Glauben zu tun. Denn dass Goebbels nicht zu vernünftigen Gedanken fähig gewesen wäre, ist nach dem Lesen der Tagebücher ziemlich abwegig. Vielmehr handelt es sich gewissermaßen um eine bewusste und willensgesteuerte Umlenkung der Rationalität in die Sphäre des Irrationalen. Kein dumpfer Nationalismus und biergeschwängerter Revanchismus hat hier das Wort, sondern ein wohlkalkulierter Messianismus. Nationalismus und Revanchismus haben noch einen Grund in der Realität, namentlich in der des Versailler Vertrages und in den Gebietsabtretungen nach den Ersten Weltkrieg – was man im Deutschland der Weimarer Republik in weiten Teilen der Bevölkerung als Schmach betrachtet hat. Der Messianismus von Goebbels ist davon beinahe unberührt. Für ihn sind das Milchmädchenrechnungen, er denkt größer, fataler und revolutionärer. Die „Völkischen“, die den Revanchismus am lautesten hinausschreien, hält er für minderbemittelte Zeitgenossen.

In Goebbels Messianismus‘ geht es vielmehr darum, einen neuen Menschen zu kreieren („Denn wir müssen weiterschaffen und am neuen Geschlecht arbeiten.“, I, 97). Das passt im Ansatz zu den elitären Plänen des George-Kreises, die Goebbels sicherlich zumindest indirekt bekannt waren, da er bei Friedrich Gundolf – einem George-Schüler – promovieren wollte, bevor ihn dieser an Max von Waldberg verwies (beides übrigens Juden). Es passt gleichzeitig zu Goebbels Kommunismus‘, denn diese verfolgten ja ebenfalls das Projekt, einen neuen Menschen zu schaffen, und vor allen Dingen passt es zu Oswald Spenglers kulturkritischen Darlegungen in „Der Untergang des Abendlandes“, auf die Goebbels im ersten Band seiner Tagebücher geradezu huldvoll eingeht. Das Zeitalter der Kultur werde laut Spengler vom Zeitalter der Zivilisation abgelöst, was in seiner Morphologie der Weltgeschichte mit dem Zeitalter des Materialismus der Moderne gleichzusetzen ist. Es ist nach Spengler ein dekadentes Zeitalter, in dem die kulturellen Werte immer weiter ins Hintertreffen geraten, was schließlich in den Tod der Kultur mündet.

Die kulturpessimistische Einschätzung Spenglers teilt Goebbels voll und ganz. Überall wittert er das Dekadente, den Zusammenbruch von Moral und Kunst, den Materialismus und das Profane. Dagegen setzt er den neuen Menschen eines „Dritten Reiches“. Goebbels las die gleichnamige Schrift von Arthur Moeller van den Bruck, die 1923 erschien (Arthur Moeller van den Bruck, Das dritte Reiche, Berlin 1923). Im Dritten Reich sollten – nach dem mittelalterlichen Heiligen Römischen und dem Bismarck’schen Kaiserreich – Nationalismus und Sozialismus zu einer neuen Einheit verbunden werden – ein für Goebbels ganz wesentlicher Gedanke. Und dadurch war eine konkrete Utopie greifbar, in deren Realisierung er all seine Kraft und vor allem seine rednerische Gabe stecken konnte. 

Den Tod der deutschen Kultur zu verhindern – das war das Projekt, dem sich der spätere Propagandaminister spätestens ab 1924 verschrieben hatte. Immer wieder streut er in seine Tagebücher Beobachtungen ein, die den Zerfall der deutschen Gesellschaft vor Augen führen sollen. So wird etwa eine im Wald lebende Familie in der Gegend von Rheydt beschrieben: „Da hausen Mann, Frau und 10 Kinder. Alle krank, skrofulös, halb blind, degeneriert. Die Höhle schmutzig, stinkend, voll Pest und Unrat.“ (I, 272) Goebbels äußert tiefes Mitleid gegenüber dieser Familie. Unmittelbar angeschlossen wird diese Anekdote an ein Treffen mit Männern, die aus Goebbels Sicht echte Nationalsozialisten sind, mit denen man etwas anfangen und die Zukunft gestalten kann. „Mit diesen Menschen ein neues Deutschland bauen, das ist schon ein Leben wert.“ (I, 272) Der Kontrast könnte größer nicht sein. Auf der einen Seite die virilen Nationalsozialisten („Revolutionär bis auf die Knochen“ […] „Den werden wir einst auf den Barrikaden wiedersehen“, I, 272), auf der anderen Seite die „skrofulöse“ Gesellschaft, die durch Industrialisierung und Materialismus beinahe zugrunde gerichtet wurde.

Aus dem bloßen Objekt des Glaubens wird somit allmählich eine konkrete Utopie, eine Sendung. Goebbels Innenwelt erhält dadurch Halt und Ziel. Die Richtung zeichnet sich deutlich ab, das Mittel zur Erreichung der Utopie ist die Revolution auf deutschem Boden. Alles Weitere ist hinlänglich bekannt.

Was lässt sich aus alledem ableiten? Es wäre Deutschland und der Welt wohl sehr vieles erspart geblieben, hätte dieser kleine und umtriebige Mensch sich nicht vollends den Nationalsozialisten verschrieben, hätte er nicht all seine Intelligenz und Kraft in die Revolution auf deutschem Boden gesteckt, hätte er nicht Hitlers Kriegsmaschinerie durch Reden wie im Sportpalast 1943 immer wieder aufs Neue Leben eingehaucht. Der Krieg hätte vermutlich Jahre früher geendet, ja vielleicht wäre er überhaupt nicht ausgebrochen, da es ja Goebbels war, der die „Bewegung“ immer wieder zu einen verstand. Es ist ein aus einer unbedingten Glaubenssehnsucht heraus gespeister Fanatismus, der Goebbels zu dem gemacht hat, was er bis zum bitteren Ende 1945 gewesen ist. Ein unermüdlicher Propagandist und Promotor der nationalsozialistischen Sache.

Ist es daher nicht besser an nichts zu glauben? Ist es nicht vernünftiger, an die unrettbare Trostlosigkeit der Welt als an ihre Wiedergeburt zu glauben? Ist es nicht ein Stück weit der Impetus des Glauben-Wollens, der hier fatale Folgen zeitigte? Kurzum, ist nicht ein konsequenter Atheismus eine viel humanere Haltung zur Welt als ein Glaube um des Glaubens willen?

Ich will damit keineswegs den Glauben an etwas Übersinnliches diskreditieren. Aus der Natur und ihren wunderbaren Hervorbringungen den Glauben an einen Gott abzuleiten, würde ich keinesfalls ins Lächerliche ziehen. Auch ein vernünftig gehandhabter Glaube an Jesus Christus scheint mir eine überaus achtenswerte Haltung zu sein. Ich selbst kann all dies zwar intellektuell nicht nachvollziehen, respektiere es aber selbstverständlich.